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Die Opfer von Brüssel
#1
Es ist schon erstaunlich, wie deutsche Politiker auf das Verbrechen in Belgien reagieren. Sie glauben tatsächlich, dass man durch "gute Integration" - was immer sie auch unter diesem abgelutschten Label verstehen - solche Verbrechen von hirnlosen religiösen Fanatikern einer genauso hirnlosen, wie angeblichen Religion verhindern zu können. Fest steht: sie werden es nicht verhindern können. "Eine 100%ige Sicherheit", so das einhellige Credo der Verantwortlichen, gäbe es nicht.

Soweit so richtig wie schlecht.

Denn, wer nicht an Sicherheit glaubt, wird sie auch nicht unter allen Umständen durchsetzen: erst recht nicht, wenn Regeln des Rechtsstaates zu verändern sind, und Maßnahmen getroffen werden, werden müssten, die für die linke Gutmenschenklasse kaum bis gar nicht akzeptabel wären. Es gilt nämlich in außergewöhnlichen Umständen wie in Sachen verbrecherischen Terror unbedingt zu überlegen, ob die Gesetzeslage, für Terroristen offenbar wohlfeil, ob diese Gesetzeslage in Friedenszeiten realen Anforderungen zum Schutz der Bürger noch genügt, oder ob hier dringend Kurskorrekturen fällig sind, die weit über die normalen, friedlichen Zustände, die innere Sicherheit betreffend, hinausgehen müssten, um die Sicherheit der Bürger noch einigermaßen zu gewährleisten.

Denn letztlich befinden wir uns in Europa im Krieg mit einer Bande von gnadenlosen muslimischen Gewalttätern in hoher Anzahl. Es ist ein Krieg ohne Fronten: Ein asymmetrischer Krieg. Diese Tatsache wird von der Politik verschwiegen. 

Hier denke ich, sollte nicht nur das Asyl- und Aufenthaltsrecht auf rigorose Maßnahmen überdacht und neu intakt zu setzen sein, sondern auch das Abschiebegesetz. Es sind zwar bestehende Gesetze, aber sie werden viel zu lasch angewandt, und wirken viel zu wohlig, pampernd und kuschelig auf potentielle muslimische Gewaltverbrecher. Paralleljustiz darf unter keinen Umständen geduldet werden. Es darf keinen Bonus für muslimische Migranten geben! 

Wenn die Sicherheitsbehörden eine ganze Namensliste potentiell hochgefährlicher Muslim-Verbrecher auf dem Schirm haben, dann ist es nach Sinn und Verstand völlig absurd, dass diese gefährlichen Typen noch das Tageslicht ohne vergitterte Fenster sehen. Nach Auskunft des Bundesverfassungsschutz sollen sich etwa über 400 potentielle "Gefährder" auf freiem Fuß befinden. Allesamt Leute, zumeist junge Männer, aber auch Frauen, die IS-Erfahrung haben und treudoof wieder unter die Fittiche deutschen Landes zurückkehren. Die Rückkehrer brauchen keine Sozialarbeit, sondern eine rigorose Hand, die zum Gegenschlag ausholt. Frage: wie kann es sein, dass man diese Subjekte nicht unverzüglich nach erkannter Rückkehr verhaftet und in Sicherungsverwahrung nimmt? Diese Typen gehören weggesperrt. und zwar notfalls für Jahre bis Jahrzehnte! Und wo immer möglich, muß die Abschiebung erfolgen können, ohne dass sich ein paar Rechtsverdreher sich der Lücken bedienen, die sich derzeit das Asyl- und Aufenthaltsrecht gewitzten Anwälten eröffnen. Punktum! Ohne Wenn und Aber. Mögen sich die  Menschenrechtsverbände den Hintern verknoten, plärren wie die Trompeten von Jericho, dreifache Salti schlagen, oder sich die Latschen verknoten... diese Verbrecher, die im Namen einer angeblichen Religion die schwersten Verbrechen begehen oder begehen könnten, müssen präventiv aus dem Verkehr gezogen werden; und zwar für immer! Punkt.

Merke: Der Rechtsstaat, so wie er derzeit aufgestellt ist, hat ein Upgrade dringend notwendig. Der Rechtsstaat in derzeitiger Verfassung ist in einer denkbar schlechten Verfassung. Er kann unmöglich etwas terroristischen Einzelgängern entgegensetzen, wenn er sie präventiv nicht aus dem Verkehr zieht. Der Rechtsstaat ist derzeit dazu nicht in der Lage. Es geht darum Einzeltäter wie diejenigen, die im Kollektiv handeln, rechtzeitig ihre Handlungsmöglichkeiten abzugraben.
  

Das bedeutet, salafistischen Aktionen, Rekrutierungen Koranverteilungen den Boden zu entziehen, Hetz-Prediger aus dem Verkehr zuziehen und abzuschieben. Die Saat, die diese radikale Gruppierung auf dem Humus des Koran aussät, ist der Nährboden, auf dem die Gewalt gegen Christen und Juden aufgeht.

 
Der Staat, ergo der Gesetzgeber, hat hier eine Bringschuld.






Die Opfer von Brüssel: Zur falschen Zeit am falschen Ort


DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN | 2016-03-31 02:15:43
Im Fall der Opfer von Brüssel entschieden Sekunden oder wenige Meter über Leben und Tod. Junge und ältere Menschen, Kreative, Beamte, Software-Entwickler; Töchter, Väter, Söhne, Mütter. Mit einem Schlag wurden hoffnungsvolle Leben ausgelöscht. Sie hatten sich nichts zuschulden kommen lassen. Sie waren zur falschen Zeit am falschen Ort.
Die Opfer der Anschläge in Brüssel waren Pendler auf dem Weg zur Arbeit und Reisende am Beginn lang erwarteter Urlaubsreisen. Sie kamen aus vielen Ländern in eine Stadt, die der Sitz der Institutionen der EU, anderer internationaler Institutionen und einer lebendigen Kreativ-Szene ist. Die Nachrichtenagentur AP hat die Namen der Opfer recherchiert und versucht zu ergründen, warum sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren.
James Cain hatte erst letzten Dienstag erfahren, dass seine Tochter Cameron Alex Pinczowski geheiratet hatte. Zwei Tage später erfuhr er, dass Alex und seine Schwester Sascha – Geschwister aus den Niederlanden, die in New York lebten – beim Selbstmordanschlag im Brüsseler Flughafen ums Leben gekommen sind. Die beiden waren auf dem Weg nach Hause in die USA. Der erst 29-jährige Alex sprach am Telefon mit seiner Mutter als die Verbindung durch die explodierende Bombe abbrach. Alex war in die Niederlande gereist, um an einem Kunsthandwerks-Geschäft zu arbeiten, dass er und Cameron gemeinsam starten wollten, erzählt Cain. Die beiden hatten sich vor sechs Jahren an der Sommer-Uni in Durham (North Carolina) getroffen. Im November hatte Business-Absolventin Sasha, gewarnt, dass Muslime zu dämonisieren, die Rekrutierung durch Extremisten nur anheizen würde. Nach den Anschlägen in Paris hatte sie auf Facebook gepostet: „Die ignorante Verbreitung von Anti-Muslimen-Hetze und –Propaganda nutzt niemandem etwas – außer dem IS.“
Die beiden Geschwister werden diese Woche gemeinsam in Maastricht beigesetzt.
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Das polnische Außenministerium hat angegeben, dass belgische Ermittler eine polnische Frau unter den Opfern des Metro-Anschlags identifiziert haben. Aus Rücksichtnahme auf die Hinterbliebenen der 61-jährigen Janina Panasewicz, wurden jedoch keine weiteren Angaben gemacht.
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Fabienne Vansteenkiste, 51, war am letzten Dienstag um 18:00 kurz davor ihre Schicht beim Einchecken von Gepäck am Brüsseler Flughafen zu beenden. Sie sagte zu, zwei Stunden länger zu bleiben, um einer Kollegin zu helfen – ihre Kollegialität wurde ihr zum Verhängnis.
So war sie noch am Flughafen, als die Bombe detonierte und sie und 10 andere mit in den Tod riss. Ihr Ehemann sagte einem französischen Sender, dass seine Frau oft zu ihm sagte: „Ich werde bei einem Anschlag sterben.“ Er sagte, sie hatte einen Anschlag in den geschäftigen Morgenstunden am Flughafen gefürchtet. Ihre 35 Jahre Ehe entsprangen einer Jugendliebe: „Sie war die weißen Tasten im Klavier und ich die schwarzen.“
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Lauriane Visart war eine junge Anwältin mit starken Prinzipien, wie Fairness, Gerechtigkeit, Toleranz und die Gleichstellung der Geschlechter. Die 27-jährige Belgierin, die in Maelbeek getötet wurde, war Absolventin der Louvain Catholic University. Sie wurde als intelligente Studentin beschrieben, die sich “mit Leidenschaft dem öffentlichen Recht widmete.”
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Die aus Schweden stammende Illustratorin und Textil-Designerin My Atlegrim zog nur nach Brüssel, um ihr Französisch zu verbessern, doch verliebte sich in die Stadt und ihre Menschen. „Die Menschen sind sehr nett, sehr sanft für Großstadtbewohner. Brüssel ist eine Stadt, in der es vor Leben nur so wimmelt – doch in einer versteckten, untergründigen Art.“ Sie malte Illustrationen für Kunst- und Kinder-Magazine und engagierte sich in einem Informationsdienst für junge Menschen in Brüssel.
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Nur ein paar Tage vor den Anschlägen kehrte Raghavendran Ganesan zurück nach Brüssel aus seiner indischen Heimat, wo seine Frau gerade ihren gemeinsamen Sohn zur Welt gebracht hatte. Am Morgen des 22. März sprach der junge Informatiker über Skype mit seiner Mutter in Mumbai, vor allem über seine Arbeit bei IT-Giganten Infosys. Dann machte er sich auf den gleichen Weg mit der U-Bahn, wie seit vier Jahren. Als die Nachrichten der Metro-Anschläge weltweit die Nachrichten erreichten, versuchte die Familie daheim verzweifelt ihn ausfindig zu machen, auch über Facebook. Er saß in dem gleichen Wagon mit dem Selbstmord-Attentäter in Maelbeek.
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Gilles Laurent war ein Meister des Klangs. Als Tontechniker hatte er schon an Filmen rund um den Globus mitgewirkt, unter anderem Carlos Reygadas Cannes Beitrag “Post Tenebras Lux”. Auch Laurent, der im Süden Belgiens wohnte, war in der U-Bahn, in der die Bombe hochging. Er hinterlässt seine Frau und seine zwei Töchter.
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Der Verlust von Melanie Defize, die ebenfalls in Maelbeek umkam, sandte Erschütterung durch die Welt der Klassik-Musik. Die 29-jährige war eine bekannte Barock-Geigerin und Produzentin beim unabhängigen Plattenlabel Cypres Records. Der Enthusiasmus der jungen Frau für Musik erstreckte sich über die gesamte Musik-Szene – von Radiohead bis hin zu mittelalterlicher Klassik. Die New York Times widmet ihr einen eigenen Nachruf.
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Bart Migom war im zweiten Jahr seines Marketing-Studiums. Auf dem Weg zum Flughafen telefonierte er mit seiner Freundin Emily und sagte, er würde noch einmal schreiben, sobald er im Flieger säße. Er war auf dem Weg nach Atlanta, um Emily zu besuchen, als auch er am Flughafen ein Opfer der Anschläge wurde.
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Andre Adam war ein pensionierter belgischer Diplomat, der sich mit seiner Frau in Südfrankreich zur Ruhe gesetzt hatte. Die beiden lernten sich kennen, als Adam in Kuba stationiert war. Nach den Anschlägen wurde Adams Frau ins Krankenhaus gebracht. Tochter Gigi sagte, ihr Vater war ums Leben gekommen, als er seine Frau bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen beschützen wollte.
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Das US-amerikanische Paar Stephanie und Justin Shults brachten Stephanies Mutter zum Flughafen. Die beiden sahen ihr bei den Sicherheitskontrollen am Flughafen hinterher, als die Bombe detonierte.
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Die Sizilianerin Patricia Rizzo arbeitete in der Personalabteilung der EU-Agentur für Bildung und Kultur, sowie für den Europäischen Forschungsrat. Die 48-jährige hinterlässt einen Sohn.
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Die deutsche Jennifer Scintu Waetzmann und ihr Ehemann wurden am Flughafen durch die Bombe getötet. Die Handball-Trainerin und ihr Mann checkten in Brüssel ein, um in ihre verspäteten Flitterwochen in New York zu starten.
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Elita Borbor Weah war am Brüsseler Flughafen auf dem Weg nach Rhode Island zur Beerdigung ihres Stiefvaters. Die 40-jährige hatte mit ihrer 13-jährigen Tochter in den Niederlanden gelebt, nachdem sich ihre Familie durch den Bürgerkrieg in Liberia über den Globus verteilt hatte.
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Der 53-jährige Brite David Dixon gab seiner Familie per SMS Entwarnung, nachdem die beiden Bomben am Brüsseler Flughafen explodiert waren. Der Programmierer wurde nur kurz danach beim Anschlag von Maelbeek getötet.
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Auch ein Chinese ist unter den Opfern der Anschläge. Nur sein Nachname – Deng – ist bekannt.
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Die gebürtige Peruanerin Adelma Tapia Ruiz war eine leidenschaftliche Köchin. Bereits seit neu Jahren lebte sie in Belgien, doch kochte noch immer die Speisen ihrer Heimat.
Sie wurde ebenfalls am Brüsseler Flughafen getötet. Ihre Zwillingstöchter und ihr Ehemann waren ebenfalls am Flughafen und entgingen dem Tod nur knapp. Der Vater war mit den beiden Kindern aus der Schlange getreten, um den beiden Mädchen die Wartezeit mit Spielen zu verkürzen.
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Leopold Hecht war ein junger Mann – einer, den man auf seinen Facebook-Fotos lachend in Ski-Anzug und in der freien Natur sieht. Auch er wurde bei den Anschlägen in Maelbeek getötet.
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Auch der Beamte Olivier Delespesse ist in Maelbeek ums Leben gekommen. Das wurde durch seinen Arbeitgeber, die Federation Wallonie-Bruxelles, bestätigt.
Viele Beobachter waren erstaunt über den plötzlichen Rückzug der Russen aus Syrien, den Präsident Wladimir Putin vor einigen Wochen ohne jegliche Vorzeichen verkündete. Je nach Position wurde gerätselt, ob Russland nun die Terror-Milizen IS und al-Nusra besiegt habe – oder vor ihnen kapituliert. Die Russen hatten bis unmittelbar vor Bekanntgabe des Rückzugs stets betont, der Kampf werde lange dauern.
Tatsächlich war schon der Wortlaut ziemlich aussagekräftig: Putin hatte gesagt, er werde einen Teil der Truppen zurückziehen, aber weiter gegen die Terroristen kämpfen. Ein wichtiges militärisches Ziel war mit den Luftschlägen zu diesem Zeitpunkt bereits erreicht: Die russischen Marine- und Luftwaffenstützpunkte in der Region Latakia waren gesichert. Die Russen hatten nach dem Abschuss eines Militär-Jets durch die Türkei auch Interkontinental-Raketen stationiert. Mit diesen Raketen wollten die Russen vor allem ein klares Signal in Richtung Türkei setzen. Diese Raketen vom Tys SS-20 Iskander sind immer noch in Syrien stationiert, wie die russische Militärwebsite military-informant.com am 27. März berichtet.
Auch die US-Nachrichtenagentur : So kehrte der Marine-Eisbrecher „Jausa“ nicht in seinen Heimathafen in der Arktis zurück. Drei Tage nach Putins Erklärung am 14. März lief die „Jausa“, die als Teil des sogenannten „Syrien-Express“ die russischen Truppen in Syrien versorgt, vom Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk abermals nach Tartus aus, dem russischen Marinestützpunkt in Syrien. Reuters: „Was immer die ,Jausa‘ geladen hatte – es war sehr schwer. Das Schiff lag so tief im Wasser, dass seine Ladelinie kaum noch zu sehen war.“ Auch zwei Landungsschiffe seien ins Mittelmeer entsandt worden – die „Caesar Kunikow“ und die „Saratow“. Beide dienen dem Transport von Truppen und Ausrüstung. Auch die „Saratow“ hatte laut Reuters sehr schwere Fracht an Bord, als sie am Donnerstag Kurs auf Syrien nahm.
Die Fahrten der russischen Schiffe legen nahe, dass in den vergangenen zwei Wochen mehr Ausrüstung und Nachschub nach Syrien gebracht als von dort abtransportiert wurde (mehr dazu hier). Was genau die Schiffe geladen haben und was an Bord der Frachtflugzeuge war, die zusammen mit russischen Kampfjets aus Syrien abgeflogen sind, ist nicht bekannt.
Reuters hat berechnet, dass in den Tagen nach Putins Erklärung rund die Hälfte der Kampfflugzeuge abgezogen wurde. Am Montag zeigte das Staatsfernsehen, wie drei Kampfhubschrauber aus Syrien abtransportiert wurden (Video am Anfang des Artikels). Die genauen Zahlen hält Russland geheim, doch vermutlich sind noch 36 Kampfjets in Syrien. Die TASS bestätigt diese Einschätzung und wiederholt zu diesem Zweck, dass Russland nie gesagt habe, es werde sich vollständig aus Syrien zurückziehen.
Vermutlich hat Russland derzeit mehr als ein Dutzend Kriegsschiffe im Mittelmeer. Dazu gehört auch die „Selenij Dol“, die mit äußerst zielgenauen „Kalibr“-Raketen ausgerüstet ist.
Der Grund der Ankündigung des russischen Abzugs war demnach offenbar nichts anderes als eine Kriegslist, mit der Putin zwei Dinge erreicht hat: Er hat die Terror-Milizen in die Irre geführt. So hatte der IS nach dem Putin-Statement angekündigt, nun werde man eine Offensive gegen Latakia starten. Doch die Terror-Milizen wurden in eine Falle gelockt: Mit Unterstützung der Russen gelang es der syrischen Armee, Palmyra zurückzuerobern und dem IS eine schwere Niederlage zuzufügen.
Putin hat diese Wendung nicht allein herbeigeführt, sondern offenkundig in enger Abstimmung mit US-Präsident Barack Obama. Dieser hatte sich vor Monaten bereits gegen die CIA und die Neocons gestellt und deren Idee, andere Staaten mit Söldnern zu destabilisieren, als gescheitert bezeichnet. In der Woche vor dem Fall von Palmyra war US-Außenminister John Kerry faktisch Dauergast im Kreml. Man kann davon ausgehen, dass die Strategie zur Beendigung des IS im Detail von den Großmächten gemeinsam entwickelt wurde.
Für die endgültige Beendigung des Krieges soll die Zusammenarbeit sogar offen operativ erfolgen: Russland und die USA bereiten sich nach Angaben aus Moskau und Washington gemeinsam auf die Bekämpfung der radikalislamischen Miliz IS in deren wichtigster Hochburg Raqqa vor. Beide Seiten würden über eine „konkrete“ militärische Koordinierung zur Befreiung der nordsyrischen Stadt sprechen, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax am Mittwoch den russischen Vize-Außenminister Oleg Syromolotow. Reuters schreibt, sichtlich beeindruckt: „Eine Zusammenarbeit, die auf eine Rückeroberung der de facto Hauptstadt des IS in Syrien abzielt, wäre auf dieser Ebene ein beispielloser Schritt.“
Das Weiße Haus hat die Zusammenarbeit ebenfalls bestätigt. Der stellvertretende Sicherheitsberater Ben Rhodes sagte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz, dass man der Türkei klargemacht habe, dass es eine Kooperation zwischen den USA und Russland gäbe: „Einer der Punkte, die wir der Türkei gesagt haben, ist, dass wir mit Partnern des syrisch-arabischen Koalition zusammenarbeiten, welche sich gerade anschicken, den Druck auf ISIL nördlich von Raqqa zu erhöhen.“ Auch zu diesem Zweck sind die Russen in Syrien unverändert militärisch präsent. Der Staatssender Sputnik bringt ein Statement des russischen Verteidigungsministeriums. Demnach sind die Russen in der Nacht zum Mittwoch 23 Luftangriffe gegen 54 Ziele von Terroristen geflogen, mit offenbar erheblicher militärischer Wirkung.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass Putin sich offenkundig mit Israel genau abstimmt. Defense News zitiert einen israelischen Luftwaffen-Offizier, der die fortgesetzte Präsenz der Russen in Syrien bestätigt, in ihr aber keine Gefahr für Israel erkennt. Die Russen würden die Langstreckenraketen zur Luftabwehr gegen die Türkei einsetzen und nicht gegen Israel richten. Auch der Iran, einer der Verbündeten der Russen in Syrien, stelle in diesem Zusammenhang keine Gefahr dar, im Gegenteil: Die israelischen Geheimdienste haben offenbar beobachtet, dass der Iran die Qualität seiner Truppen in Syrien zurückfährt.
Die überraschende Finte Putins hat offenbar noch einen weiteren Zweck erfüllt: Sie hat das Selbstvertrauen der syrischen Armee gestärkt. Wie der US-Journalist Seymour Hersh kürzlich bereits berichtete, sei man bei den US-Militärs durchweg voller Anerkennung für die Strategie der Russen, die Moral der syrischen Armee aufgebaut zu haben, damit sie den Kampf gegen den Terror annimmt. Der spektakuläre Erfolg der syrischen Armee bei der Rückeroberung von Palmyra scheint bereits das Ergebnis der wiedergewonnenen Kampfmoral zu sein. Denn anders als den Terror-Gruppen war der syrischen Armee rechtzeitig signalisiert worden, dass die Russen nicht daran denken, auf halbem Weg in Syrien umzukehren.
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Mit Beginn des Frühlings hat der Flüchtlingszustrom nach Italien und Griechenland deutlich zugenommen. Allein am Dienstag seien 730 Menschen in Pozzallo auf Sizilien angekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Mittwoch. Sie waren in sechs Schlauchbooten unterwegs, als sie am Ostersonntag von einem norwegischen Schiff gerettet wurden. Fünf mutmaßliche Schlepper seien festgenommen worden, darunter drei Minderjährige. „2016 wird für Italien ein neues Rekordjahr werden, was Migrantenankünfte betrifft“, sagte der Bürgermeister von Pozzallo gegenüber der Zeitung Corriere della Sera. „Allein in Pozzallo sind in den ersten drei Monaten des Jahres 7.000 Migranten angekommen. Mit der Schließung der Balkanroute gilt es als sicher, dass die Syrer, wie im Jahr 2014, versuchen, über Italien einzureisen.“ In Pozzallo gibt es einen sogenannten „Hotspot“, ein Erstregistrierungszentrum der EU.
Weitere 796 Flüchtlinge wurden am Mittwochvormittag in Augusta in der Nähe von Syrakus erwartet. Sie waren ebenfalls in kleinen Booten in See gestochen und von italienischen Marineschiffen aufgenommen worden, die im Rahmen der Mission „Mare sicuro“ („sicheres Meer“) im Mittelmeer patrouillierten, meldet die dpa.
Steigende Flüchtlingsankünfte gibt es auch in Griechenland: Hunderte von Migranten und Flüchtlingen sind auf den griechischen Inseln angekommen, nachdem es in den Tagen zuvor zu weniger Ankünften kam. Die Zahl steigt trotz des EU-Türkei-Deals, nach dem die Ankommenden wieder zurück in die Türkei geschickt werden.
Die Zahlen, die die griechische Regierung am Mittwoch veröffentlicht hatte, zeigen, dass allein innerhalb von 24 Stunden 766 Personen die Inseln Lesbos, Samos, Chios und Kos bis Mittwochmorgen erreicht haben. Die Zahl hat sich somit im Vergleich zu den Ankünften in den vergangenen Tagen, als die Wetterbedingungen schlechter waren, verdreifacht, meldet Kathimerini.
Gleichzeitig wurden zwischen Libyen und Italien allein am Dienstag mehr als 1.500 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Wie die italienische Küstenwache mitteilte, nahmen vier italienische Schiffe 1434 Flüchtlinge auf, weitere 105 gelangten an Bord eines deutschen Marineschiffs. Die meisten der Flüchtlinge kommen aus Afrika und haben sich von Libyen aus auf den Weg nach Europa gemacht.
Die italienischen Behörden weisen darauf hin, dass die Abriegelung der Balkanroute zwischen Griechenland und Nordwesteuropa zu einer starken Zunahme der Versuche führen könnte, von Libyen aus Italien zu erreichen. Nach den jüngsten Statistiken des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) sind seit Jahresbeginn laut AFP rund 17.500 Menschen über das Mittelmeer nach Italien gelangt – 6.000 mehr als im Vorjahr.
Nach der Schließung der Balkanroute wollen Schlepper ab April intensiv neue Routen für Flüchtlinge und Migranten über Libyen eröffnen. Besonders bedenklich: In Libyen kontrolliert die Terror-Miliz IS die Schlepper-Branche. Seit Anfang 2014 sind in Italien etwa 330.000 Migranten und Flüchtlinge eingetroffen, die von Libyen aus das Mittelmeer überquerten.
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Die Opfer von Brüssel - von Peter Christian Nowak - 31.03.2016, 15:01

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